Am Sonntag, den 03. März 2024, lud der LandesFrauenRat Schleswig-Holstein (LFR SH) seine Mitglieder und Gäste anlässlich des Internationalen Frauentages 2024 in seine Räume nach Kiel ein. „Demokratie braucht Frauen“ lautete die Überschrift für den Jahresempfang des LandesFrauenRates Schleswig-Holstein mit Aminata Touré, Ministerin für Soziales, Jugend, Familie, Senioren, Integration und Gleichstellung des Landes Schleswig-Holstein.
Seit Anfang des Jahres gehen in ganz Deutschland nicht nur in den großen Städten, sondern überall, Menschen auf die Straßen, um Haltung zu zeigen und um sich zu Demokratie und Vielfalt zu bekennen. Die Gesellschaft steht auf, um deutlich zu machen, dass rechtsextremes Gedankengut nicht akzeptiert wird und sich dagegen wehrt. Denn: nie wieder ist jetzt!
Internationaler
Frauentag zum Anlass gegen Rechts
Rechtsextreme, nationalistische Positionen bedrohen auch die Rechte von Frauen: sie befürworten ein traditionelles Familienbild, in dem Frauen, insbesondere Mütter nicht erwerbstätig sind. Daher ist ein Kampf gegen Antifeminismus auch immer einer gegen Rechtsextremismus. Der Internationale Frauentag steht für die Rechte der Frau und den Weltfrieden. Diesen Gedanken hat der LFR SH bei seinem diesjährigen Jahresempfang aufgenommen.
„Das Superwahljahr war gerade erst gestartet, als die Enthüllungen der CORRECTIV – Recherchen uns zuerst sprachlos machten und wir auf die Straßen gingen, um Haltung zu zeigen und deutlich zu machen, dass rechtsextremes Gedankengut von uns nicht akzeptiert wird und wir uns dagegen wehren,“ eröffnete die Vorsitzende des LFR SH, Anke Homann, den Empfang. Homann betonte außerdem, dass „wir weiterhin engagiert sind und uns gegen Rechtsextreme und nationalistische Positionen stellen, denn sie bedrohen die Menschenrechte – und Frauenrechte sind Menschenrechte!“
Gemeinsamen mit der Gleichstellungsministerin Aminata Touré wurde in einem moderierten Gespräch unter anderem die Frage diskutiert, warum es gerade jetzt so wichtig ist, dass sich Frauen in die aktuellen Debatten, in die Proteste für eine vielfältige Gesellschaft und gegen Rechtsextremismus einbringen und welche Herausforderungen ihnen dabei begegnen.
In ihrem Impulsvortrag machte die Ministerin Touré deutlich, dass aufgrund weltweit männlich dominierter Strukturen die reine Forderung nach einer Verbesserung der solidarischen Beziehungen zwischen den Geschlechtern, den Generationen und zwischen Menschen aus unterschiedlichen Prägungen nicht mehr ausreiche. Es ginge vielmehr darum, selbst aktiv zur Verbesserung beizutragen. Die zahlreichen Demonstrationen sind für sie ein Auftrag an die politischen Verantwortlichen.

Gäste des Jahresempfang 2024 v.l.n.r. Anke Homann – Vorsitzende LFRSH, Birte Kruse-Gobrecht – Beisitzerin im Vorstand des LFRSH, Aminata Touré – Gleichstellungsministerin, Gyde Jensen – MdB
Gleiche Macht für Alle
Die Kernforderung des LFR SH „50:50 – Gleiche Macht für Alle“ ist eine Antwort auf die Frage „was können wir tun?“. Macht dürfe von Machthabenden nicht dazu missbraucht werden über andere zu bestimmen. Macht müsse gleichwertig und gleichberechtigt verteilt sein. Das gelte für politische Ämter und Mandate, Positionen in der Wirtschaft und Verwaltung und Wortführende in Kunst, Kultur und Zivilgesellschaft.
Viele Landesfrauenräte – aktuell vor allem in Ostdeutschland – motivieren in den letzten Monaten Frauen sich in die politischen Prozesse rund um die Wahlen einzubringen. Vielfalt kann Identifikation schaffen und Menschen an die Wahlurne bringen, damit diese demokratisch und progressiv wählen.
Knapp 70 Gäste folgten der persönlichen Einladung des LFR SH und waren sich einig, dass das geschlossene Engagement aller Demokrat:innen gerade in diesen Zeiten, gerade JETZT erforderlich ist. Und es bleibt wichtig, dass Frauen geschlossen ihre Stimmen erheben.
Der LandesFrauenRat Schleswig-Holstein e.V. ist ein unabhängiger, überparteilicher und überkonfessioneller Dachverband von Vereinen und Verbänden.